Kennt ihr das? Eure Eltern hatten Sätze auf Lager bei denen ihr innerlich die Augen verdrehten und mit den Lippen unhörbar mitsprachen. Sätze, die immer wieder kamen. Sätze, die ihr NIEMALS bringen wolltet, wenn ihr mal in der Erzieherrolle seid.
HA!
Und da kommt der Tag X, wo ihr euch den genau gleichen Satz sprechen hört, wie ihr ihn bereits vor Jahren von eurer Mutter oder eurem Vater gehört habt! Und entweder seid ihr völlig überzeugt von dieser jahrealten Weisheit oder ihr fragt euch grad, warum um Himmels Willen ihr diesen Satz ausgesprochen habt!
Einer meiner prägenden Kindheitssätze waren unter vielen anderen dieser:
"I ha da ned gärn!" - "De essischs ungärn!"
("Ich ess das nicht gerne!" - "Dann isst's du ungerne!")
Ein anderer Satz, an den ich mich noch heute erinnern kann (und er kam eigentlich nur einmal!) und mich nervte und traurig machte, war die Aussage von meiner Mutter, als ich Erstklässlerin Querflöte spielen lernen wollte. Sie meinte: "Zuerst musst du Blockflöte lernen." Ich glaub, am meisten nervte mich, dass sie Recht hatte und zuerst meinen Durchhaltewille sehen wollte, bevor sie so ein teures Instrument anschafften. Nach einem Jahr spielte ich nicht mehr Blockflöte (da spielten aber noch weitere Gründe mit!!! Nur zu meiner Verteidigung!)! Jedenfalls hab ich letztens genau diesen Satz meiner Erstklässlerin auf der Wohngruppe gesagt. Ich reflektierte mich bereits während ich es aussprach und versuchte zu mildern: "Querflöte bietet die Musikschule gar noch nicht an in der zweiten Klasse (was auch so ist!)!" Ich glaube (oder hoffe ganz fest), dass es sie nicht so getroffen hat, wie mich damals!
Oder dann die Weisheit von meinem Frühaufsteher-Vater: "Wer morgens früh aufstehen will, muss abends zeitig ins Bett gehn!" (Kurze Erklärung am Rande: ICH bin weder ein Spätabendmensch, noch ein Frühmorgenmensch!) Jedenfalls, gerade eben hab ich eine Umfrage unter Studenten ausgefüllt. Das Thema: Aufstehritual. Wie werd ich geweckt, wieviel Zeit brauch ich zum Aufstehn, was mach ich alles Morgens bevor ich aus dem Haus gehe etc. Letzte Frage: falls ich grundsätzlich gut aufstehe morgens, was ist mein Geheimrezept? Ich spontan: genügend Schlaf vorher! Und denke mir: hast ja Recht, Dad! ;-)
Und zum Schluss noch ein gutes Zitat von Antoine de Saint-Exupéry: "Woher ich stamme? Aus meiner Kindheit stamme ich."
Wie wahr!
26. März 2013
13. Februar 2013
aktive lebensgestaltung
Potz, hört sich dieser Titel krass an, was?! ;-) Aber gestern Abend war es soweit: ich lag völlig müde und erschlagen auf meinem Sofa und hatte nur noch die Kraft um ... DEN FERNSEHER EINZUSCHALTEN! Da dachte ich: "Nein! So darf ich nicht enden! Nicht als Fernseh-Junkie!" Und da praktischerweise heute ja die vor-österliche Fastenzeit beginnt, habe ich beschlossen in den nächsten sechseinhalb Wochen auf die Glotze zu verzichten! (Kleine Zwischenbemerkung: DVD's hab ich mir mal noch erlaubt, aber kein "ich-weiss-nicht-was-machen-also-zappe-ich-mal-durch-die-Kanäle-glotzen"!) Zudem hab ich sowieso allerhand zu tun für's Studium und damit könnte ich gut bald einmal beginnen! Und weiter möchte ich lieber mein Leben aktiv gestalten und nicht passiv vor dem Fernseher verbringen! =)
Heute begann der erste Tag! Und ich kochte mir was leckeres UND gesundes zu Mittag! Kaufte mir selber einen Strauss gelb-orange Rosen (dazu eine Vase! ;-) ), hab telefonisch eine Blumenlieferung arrangiert *glucks* =) und will mich nach diesem Blogeintrag an die Projekte "Gewürze und Tee aus Indien in schöne Gläsli füllen" und "Geheimcode Jellyfish" machen! =D
Boah, tut das guuuuuut wenn ich nicht von dieser Kiste bestimmt werde! Ich häng glaub ich gleich 'mal ein schönes Tuch über den Fernseher! Aus den Augen, aus dem Sinn! ;-)
Heute begann der erste Tag! Und ich kochte mir was leckeres UND gesundes zu Mittag! Kaufte mir selber einen Strauss gelb-orange Rosen (dazu eine Vase! ;-) ), hab telefonisch eine Blumenlieferung arrangiert *glucks* =) und will mich nach diesem Blogeintrag an die Projekte "Gewürze und Tee aus Indien in schöne Gläsli füllen" und "Geheimcode Jellyfish" machen! =D
Boah, tut das guuuuuut wenn ich nicht von dieser Kiste bestimmt werde! Ich häng glaub ich gleich 'mal ein schönes Tuch über den Fernseher! Aus den Augen, aus dem Sinn! ;-)
16. Januar 2013
erstens kommt es anders, zweitens als man denkt
Gestern war es soweit! Ich hatte meine allererste Pikettnacht in meinem Praktikum. Das Zitat: "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!" passt sehr gut zu dieser Nacht! =) (Wahrscheinlich passt dieses Zitat sogar überhaupt zu meiner Arbeit! ;-) )
Ich vermutete eigentlich, dass ich hypernervös sein würde vor meiner ersten Pikettnacht! (Kurze Zwischenbemerkung: ich, alleine mit 14 Kids im Alter von vier bis sechzehn Jahre!) Aber eben, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Ich war nicht nervös! Vielleicht ein leichtes Kribbeln. Aber sogar weniger als dann, als ich das erste Mal alleine Frühdienst hatte. Schön! =)
Dann eine halbe Stunde bevor ich arbeiten ging, rief meine Arbeitskollegin an. Der Jüngste unserer Gruppe hatte eine Platzwunde am Kopf. Sie ging mit ihm zum Arzt. Ich sofort zur Arbeit. Als die älteren Kids von der Schule kamen, gab es Zvieri. Dann: die Granatapfelschlacht! Ein Wort des einen Teenies führte zur Aggression des anderen, was widerum zur Wut des Ersteren führte. Dieser packte den unschuldig daliegenden Granatapfel und schmiess ihn nach dem anderen Teenie. Der Granatapfel explodierte an der Badezimmertür und verteilte sich in seinen hundertsten Teilchen über eine grössere Fläche! Es sah nach einem regelrechten Schlachtplatz aus! (Kleine Zwischenbemerkung: seht ihr bei dieser Geschichte die Ähnlichkeiten der Wörter "Granatapfel" und "Granate"?)
Zu diesem Zeitpunkt konnte ich es fast nicht glauben, dass sich das am Vor-Nachmittag meiner ersten Pikettnacht ereignete. Doch ich schickte mich drein. Mit der Hoffnung, dass es nur noch besser werden konnte und mit dem schnellen Verschicken von SMS mit der Bitte um Gebet!
Und es wurde besser! =)
Ich hatte Frieden im Herzen und die Stimmung auf der Gruppe wurde besser. War sie sogar kurze Zeit so gelöst, dass ich einem Teenie als Witz die (frischen!) Strumphosen von einem jüngeren Kind als Kappe über den Kopf stülpte und wir zu Dritt darüber lachten! ;-) (Ja, das mach ich während der Arbeit! ;-D )
Da der Junge mit der Platzwunde mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zurückkam, war es an mir, ihn in der Nacht dreimal (!) zu wecken und zu schauen, ob er ansprechbar ist. Da ich eh nicht gut schlief, war das keine grosse Sache und ich fand eine gewisse Komik darin. (Ja, ich arbeite mit Kindern. Mein Job ist es, sie zu nerven... unter anderem wecke ich sie auch Mitten in der Nacht und stelle ihnen sinnlose Fragen... ;-D )
Und weiter ging es mit meinem Motto: "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!". Am Morgen wartete ich auf das Eintreffen der anderen Mitarbeiterin auf der anderen Gruppe. Ich rief ihr dann an und weckte sie: sie hatte verschlafen! Also managte ich kurzerhand bis sie eintraf beide Wohngruppen: mahnte da ein Kind, seine Haare zu fönen, mass dort einem Mädchen das Fieber, machte da einem Jungen einen Tee, weil er sich krank fühlte, ermahnte das erste Kind über sein T-shirt noch ein Jäggli anzuziehen, meldete den kränkelnden Jungen in der Schule ab und gab den beiden Jüngsten ein Schulznüni mit...
Später hatten wir Teamsitzung. Langsam aber sicher entluden sich meine Batterien und ich war nicht mehr ganz so aufnahmefähig und ein wenig verwirrt ("...das war in Stockholm..." ich: "Schweden! ...äh, Stockholm ist ja in Schweden..."). Mein Team fand es lustig und schickte mich, als ich Feierabend hatte, nach Hause zum Nachschlafen. ;-)
Und so verlief also mein erster Pikettdienst. "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt." Ich nehme es mir zu Herzen! Nicht nur beim nächsten Pikettdienst. =)
Ich vermutete eigentlich, dass ich hypernervös sein würde vor meiner ersten Pikettnacht! (Kurze Zwischenbemerkung: ich, alleine mit 14 Kids im Alter von vier bis sechzehn Jahre!) Aber eben, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Ich war nicht nervös! Vielleicht ein leichtes Kribbeln. Aber sogar weniger als dann, als ich das erste Mal alleine Frühdienst hatte. Schön! =)
Dann eine halbe Stunde bevor ich arbeiten ging, rief meine Arbeitskollegin an. Der Jüngste unserer Gruppe hatte eine Platzwunde am Kopf. Sie ging mit ihm zum Arzt. Ich sofort zur Arbeit. Als die älteren Kids von der Schule kamen, gab es Zvieri. Dann: die Granatapfelschlacht! Ein Wort des einen Teenies führte zur Aggression des anderen, was widerum zur Wut des Ersteren führte. Dieser packte den unschuldig daliegenden Granatapfel und schmiess ihn nach dem anderen Teenie. Der Granatapfel explodierte an der Badezimmertür und verteilte sich in seinen hundertsten Teilchen über eine grössere Fläche! Es sah nach einem regelrechten Schlachtplatz aus! (Kleine Zwischenbemerkung: seht ihr bei dieser Geschichte die Ähnlichkeiten der Wörter "Granatapfel" und "Granate"?)
Zu diesem Zeitpunkt konnte ich es fast nicht glauben, dass sich das am Vor-Nachmittag meiner ersten Pikettnacht ereignete. Doch ich schickte mich drein. Mit der Hoffnung, dass es nur noch besser werden konnte und mit dem schnellen Verschicken von SMS mit der Bitte um Gebet!
Und es wurde besser! =)
Ich hatte Frieden im Herzen und die Stimmung auf der Gruppe wurde besser. War sie sogar kurze Zeit so gelöst, dass ich einem Teenie als Witz die (frischen!) Strumphosen von einem jüngeren Kind als Kappe über den Kopf stülpte und wir zu Dritt darüber lachten! ;-) (Ja, das mach ich während der Arbeit! ;-D )
Da der Junge mit der Platzwunde mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zurückkam, war es an mir, ihn in der Nacht dreimal (!) zu wecken und zu schauen, ob er ansprechbar ist. Da ich eh nicht gut schlief, war das keine grosse Sache und ich fand eine gewisse Komik darin. (Ja, ich arbeite mit Kindern. Mein Job ist es, sie zu nerven... unter anderem wecke ich sie auch Mitten in der Nacht und stelle ihnen sinnlose Fragen... ;-D )
Und weiter ging es mit meinem Motto: "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!". Am Morgen wartete ich auf das Eintreffen der anderen Mitarbeiterin auf der anderen Gruppe. Ich rief ihr dann an und weckte sie: sie hatte verschlafen! Also managte ich kurzerhand bis sie eintraf beide Wohngruppen: mahnte da ein Kind, seine Haare zu fönen, mass dort einem Mädchen das Fieber, machte da einem Jungen einen Tee, weil er sich krank fühlte, ermahnte das erste Kind über sein T-shirt noch ein Jäggli anzuziehen, meldete den kränkelnden Jungen in der Schule ab und gab den beiden Jüngsten ein Schulznüni mit...
Später hatten wir Teamsitzung. Langsam aber sicher entluden sich meine Batterien und ich war nicht mehr ganz so aufnahmefähig und ein wenig verwirrt ("...das war in Stockholm..." ich: "Schweden! ...äh, Stockholm ist ja in Schweden..."). Mein Team fand es lustig und schickte mich, als ich Feierabend hatte, nach Hause zum Nachschlafen. ;-)
Und so verlief also mein erster Pikettdienst. "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt." Ich nehme es mir zu Herzen! Nicht nur beim nächsten Pikettdienst. =)
15. Januar 2013
i love my work
An was merke ich, dass ich gerne arbeite, dass ich mich wohl fühle bei meinem jetzigen Arbeitgeber?
Unter anderem, wenn an der Haussitzung das Organigramm angeschaut wird und der Chef schon vom Nachfolger von mir spricht und dass meine Stelle zurzeit ausgeschrieben wird... und ich innerlich erschrocken aufrufe:
"AAAAAAAAAAAAHHHH!!! Ich will noch nicht gehn!!!!!"
Okay, immerhin gehts jetzt noch ungefähr sechs Monate. Und mein Chef hatte nachher eine Idee, wie wir es "deichseln" könnten, dass ich länger bleiben könnte: "Wir lassen dich einfach dein Praktikum nicht bestehen!" ;-) Äääähm... lieber eine andere Variante, lieber Chef! ;-D
Unter anderem, wenn an der Haussitzung das Organigramm angeschaut wird und der Chef schon vom Nachfolger von mir spricht und dass meine Stelle zurzeit ausgeschrieben wird... und ich innerlich erschrocken aufrufe:
"AAAAAAAAAAAAHHHH!!! Ich will noch nicht gehn!!!!!"
Okay, immerhin gehts jetzt noch ungefähr sechs Monate. Und mein Chef hatte nachher eine Idee, wie wir es "deichseln" könnten, dass ich länger bleiben könnte: "Wir lassen dich einfach dein Praktikum nicht bestehen!" ;-) Äääähm... lieber eine andere Variante, lieber Chef! ;-D
6. Januar 2013
sternsinger und mehr
Ich wohne seit knapp drei Monaten in einem katholisch und reformierten kleinem Städtchen! Da ich selbst in einer evangelischen Freikirche "aufgewachsen" bin, kenn ich mich ehrlich gesagt nicht so gut aus mit dem katholischen oder reformierten Alltagsglauben!
Heute - wir schreiben den sechsten Januar, also den Dreikönigstag - sind die Sternensinger der katholischen Kirche unterwegs! Mädchen und Jungs, verkleidet als Könige, gehen von Tür zu Tür, singen und sagen ein Gedicht auf! Sie segnen die Bewohner und die Besucher des Hauses. Einfach schön! Ich war hin und weg! =) Und endlichendlich weiss ich, was die Kreidezeichen an gewissen Haustüren bedeuten!!!! 20 + C + M + B + 13! =D
Heute morgen war ich das zweite Mal in meinem Leben im Gottesdienst einer reformierten Kirche. Das erste Mal war, als meine Lieblingskusine konfirmiert wurde! Ach, halt mal! Ich hab die vielen Hochzeiten, bei denen ich eingeladen war, nicht gezählt! Jedenfalls war's heute wirklich noch gut! Ich geh glaub wiedermal hin. =)
Wünsch euch allen ein gesegnetes Zweitausendunddreizehn! =)
Heute - wir schreiben den sechsten Januar, also den Dreikönigstag - sind die Sternensinger der katholischen Kirche unterwegs! Mädchen und Jungs, verkleidet als Könige, gehen von Tür zu Tür, singen und sagen ein Gedicht auf! Sie segnen die Bewohner und die Besucher des Hauses. Einfach schön! Ich war hin und weg! =) Und endlichendlich weiss ich, was die Kreidezeichen an gewissen Haustüren bedeuten!!!! 20 + C + M + B + 13! =D
Heute morgen war ich das zweite Mal in meinem Leben im Gottesdienst einer reformierten Kirche. Das erste Mal war, als meine Lieblingskusine konfirmiert wurde! Ach, halt mal! Ich hab die vielen Hochzeiten, bei denen ich eingeladen war, nicht gezählt! Jedenfalls war's heute wirklich noch gut! Ich geh glaub wiedermal hin. =)
Wünsch euch allen ein gesegnetes Zweitausendunddreizehn! =)
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